jürgen grözinger


photo: Pharea Nutello

Als Multipercussionist, DJ, Komponist und Festivalleiter bewege ich mich zwischen zeitgenössischer Musik, Klassik, Improvisation und Club. Es geht mir um Spannungsfelder zwischen intellektueller Reflexion und physisch-sinnlicher Erfahrung. Wenn immer es geht, möchte ich mein Publikum zu schillernden Reisen einladen, in denen es um die Erforschung und das Erspüren von Klang, Rhythmus und Form in verschiedensten Musik-Gattungen geht.
Ich arbeite an solch unterschiedlichen Formaten wie einem Festival für zeitgenössische Musik in Ulm (KlangHaus, mit Festivaltiteln wie BEAUTYbrokenEROS oder STIMMUNG), in dem ich ein heterogenes Publikum zu lange nachwirkenden Begegnungen mit zeitgenössischer Musik (ver-)führen möchte, an Solo- und Ensembleprojekten, installativen Klang-Räumen, an Konzepten, in denen die Heilkraft der Musik eine Rolle spielt, aber auch als DJ im Art- und Klub-Kontext.

Meine Kompositionen entstehen für mein eigenes und andere Ensembles; ich schreibe aber auch für Orchester und Chor, für Film, Tanz und Theater.

Schon 1996 gründete ich das Ensemble European Music Project, welches einige auf höchstem internationalen Niveau spielende Musiker*innen vereinigt, die zwischen zeitgenössischer Musik und Improvisation, Performance und Club-Setting agieren.
Komponist*innen wie Klaus Huber, David Lang, Michael Nyman, Samir Odeh Tamimi, Violeta Dinescu, Bernd Franke, Sandeep Bhagwati, Dieter Schnebel oder Adriana Hölzsky schrieben für das Ensemble.

In meinen DJ-Sets, als Jueri Gagarino oder Simon Sarow – live oder im Radio – möchte ich einmal mehr dazu einladen, Musik unabhängig on den eingrenzenden Kategorien wie Gattung, Zeit oder Stil erleben zu können. Dabei interessiert mich elektronische Tanzmusik ebenso wie Jazz und Soul, World, Klassik oder sogenannte alte und neue Musik. Als Referenzen möchte ich Orte und Formate wie den  WDR3-KLASSIK-KLUB, die  YELLOW LOUNGE,  die renommierten Clubs Berghain, Watergate die Rundfunkchorlounge Berlin, sein die Dresdner Musikfestspiele oder das Festival Potsdam-Sanssouci nennen.

Oft arbeite ich gemeinsam mit visuellen Künstler*innen, Literat*innen und Tänzer*innen. So entstehen Formate vom klassischen Podiumskonzert bis hin zu vielfältigen Formen des Musiktheaters und der Konzert-Installation bewegen. Ich mag es, wenn es inhaltlich Sinn macht. Grenzen zwischen Podium und Publikum durchlässig zu machen oder zu überwinden.
Einführungen gehören ganz selbstverständlich dazu.

In Projekten wie Alchemistic Cabaret, (mit Hillary Jeffery), „Salon der Verzückung” (mit Thomas Raditschnik) und „Resonance Room” (mit „Neue Heimat“, Berlin) beschäftige ich mich mit sozialen und musikalischen Aspekten des „Salon“ und eigens gestalteten Klangräumen.

Meine Arbeit sehe ich in der Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Diskursen und Gegebenheiten. Fragen wie – Wie wollen wir leben / Was bedeutet Musik / Was kann ein Konzert und das zugehörige Setting lassen mich ständig Formate und Aufführungs-Traditionen überdenken und neu formen.

Neben der Musik widme ich mich der Fotografie.

Seit dem Jahr 2000 lebe ich in Berlin.

Interview in Wait A Mo

Aus einem Feature des Deutschlandfunk:

Grözinger setzt auf die Unmittelbarkeit musikalischer Erfahrung, auf Transfers, die sich aus dem programmatischen Zusammenhang erschließen. Er spannt Bögen zwischen verschiedenen Gattungen, Zeiten, ästhetischen Ideen, Philosophien. Er ist Spezialist der extravaganten Mixturen. Grözinger will junges Publikum mit einbeziehen und die Steifheit und Distanziertheit des Konzertbetriebs überwinden.

Rainer Schlenz, DLF

vita

geboren am in Ulm, Deutschland

1979-82       Jungstudent an der Musikhochschule München bei Prof. Karl Peinkofer

1982             Abitur in Ulm

1982-85       Schlagzeugstudium bei Prof. Karl Peinkofer und Prof. Peter Sadlo an der Musikhochschule München.

1985-87       Zivildienst an der Universitätsklinik Ulm

1988-1992   Schlagzeugstudium bei Prof. Klaus Tresselt an der Musikhochschule Stuttgart

1992-93        Studium Kulturmanagement an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

Seit 1993      Freie künstlerische Arbeit in den Kategorien Musik und Fotografie

Seit 2000     Wohnsitz ist Berlin

Berufliche Stationen:

Musiker/Dozent Schlagzeug:

Preisträger bei Musikwettbewerben (z.b. 2x Bundespreis Jugend Musiziert)

Stipendiat Kunststiftung Baden Württemberg

Soloprojekte im In- und Ausland

Internationale Orchester- und Ensembletätigkeiten (Auswahl):
Berliner Philharmoniker (Education Project, Schlagzeug)
Orchestra Internazionale d´Italia (Solopauke)
Deutsche Kammerakademie Neuss am Rhein (Solopauke)
Kammerakademie Potsdam (Solopauke)
Bayerische Staatsoper (Aushilfe Schlagzeug)
Staatsoper Stuttgart (Aushilfe Pauke)
Staatsoper Hannover (Aushilfe Schlagzeug)
Ensemble Mosaik Berlin
Klangforum Wien
Ensemblekollektiv Berlin
Ensemble Berlin Piano Percussion
Ensemble United, Berlin

Auftritte in Festivals (Auswahl):
Berliner Festspiele
MaerzMusik Berlin
Steirischer Herbst, Graz
Imago Dei, Krems
Warschauer Herbst
Klangspuren Schwaz
Ultima Oslo
Wien Modern
Spaziomusica Cagliari
Kasseler Musiktage
Mouvement Saarbrücken
Ravenna Festival
Festival Potsdam Sanssouci
Dresdner Festspiele
New Music Meeting, Brno

 

Zusammenarbeit mit anderen Künstler*innen (Auswahl):
Klaus Huber
Angela Denoke
David Lang
Antonis Anissegos
Bernd Franke
Anna Clementi
Sergio Azzolini
Rohan de Saram, Hellmut Hattler
Michiko Hirajama
Nicholas Isherwood
Kenichi And The Sun
Joo Kraus
Rajesh Mehta
Axel Dörner
Paula Morelenbaum
Mike Svoboda
Marianne Schröder
Stefano Scodanibbio
Mazen Kerbaj

Liz Albeee
Nippy Noya

Rundfunk- und CD -Produktionen z.b. mit WERGO, Deutschlandfunk, BR, SWR

 

Dozent:
Kommunale Musikschulen in Neu-Ulm und München

Dozent für das Projekt “Neue Musik in der Schule“ des Ministeriums für Kultur Workshops im In- und Ausland

Komponist – Werke (Auswahl):
CITY CALLS für Blechbläserensemble (Itinerant Interludes, August 2020,
I DON´T WANNA SING YOUR SONG (für Anna Clementi, Unerhörte Musik Berlin, 2019)
ACQUA, Ballettmusik für Percussion, Violine, Live-Elektronik und Zuspielung (Tanzkompanie Theater der Stadt Ulm 2018)
NACHT UND MORGEN, Auftrag für das das Reformationsjubiläum, für Chöre, Orchester, Orgel und Percussionensemble, 2017)
HÖHER!, für Schlagzeugensemble, Chor, Orchester und Kirchenglockengeläut (2015)
ORIENT OCCIDENT /Longing Is The Core Of Mystery, für Sufi-Sänger, arabisches Ensemble und europäisches Ensemble (Kompositionsauftrag Deutschlandfunk, 2003)
INSIDE THE DREAM, für Sprecher, Sängerin und Ensemble (Staatsgalerie Stuttgart / Fruchthalle Kaiserslautern, 2001)
VISIONS URBAINES, für Ensemble und Sprecherin; mit Ali N.Askin u.a. (1996)

Theater / Film (Auswahl):

Die Troerinnen (Theater Pforzheim, 2017)
Das Fremde so nah (Anhaltisches Theater Dessau, 2016)
Musik zu Videoarbeiten von Karoe Goldt: Été / Soul Search Laboratory (Berlinale, 2007)
House with a turret“ (Film von Eva Neymann, 2013
Global Home (Film von Eva Stotz, 2011)
Hiob (Theater Münster, 2010)
Macbeth, Ballettmusik (Theater Vorpommern, Stralsund, 2005)


Kurator / Künstlerische Leitung:
1995- Künstlerischer Leiter des Ensembles „European Music Project“

1996- Künstlerischer Leiter „neue musik im stadthaus ulm“ / Festival „KlangHaus
2010 Juryvorsitzender „Festival Young Euro Klassik“ Konzerthaus Berlin
2016- Klassik-Klub bei WDR3 Radio

vielfältige Konzertkonzeptionen für DLF, SWR, Kasseler Musiktage, Staatsgalerie Stuttgart u.v.a.


Eigene Salon- und Lounge Projekte:

Alchemistic Cabaret Berlin, Resonance Room Berlin, Salon der Verzückung Berlin

DJ (Auswahl)
WDR3 Klassik-Klub (regelmäßig seit 2016)
Yellow Lounge (Universal Music /Deutsche Grammophon)
Berghain Berlin
Watergate Club Berlin
Cookies Berlin
Dresdner Festspiele
Festspiele Potsdam Sanssouci
Rundfunkchorlounge Berlin
Musica Bayreuth
Mozartfest Augsburg


Fotograf:
Luminous“ Foto – und Klangprojekt als Teil einer Gemeinschaftsausstellung im Stadthaus Ulm, u.a. mit O. Elisasson, J. von Bismarck, K. Heider, U.Vogl u.a. (2018/19)