klanghaus / neue musik im stadthaus ulm


Photo: Stadthaus Ulm: Martin Duckek

Die Reihe mit zeitgenössischer Musik wurde im März 1996 mit einer „Hommage an John Cage“ aus der Taufe gehoben. Unter der künstlerischen Leitung von Jürgen Grözinger fanden Konzerte in den ersten sechs Jahren jeweils im Frühjahr und im Herbst statt. Seit 2003 wurde das Projekt zum jährlichen Festival und und ist seit 2014 eine Biennale.

Die Kombination von zeitgenössischer Architektur (Entwurf Richard Meier) und  Musik mit einem ungewöhnlichen Programm, herausragenden Musikern und einem Ensemble-In-Residence, dem  European Music Project, haben in den vielen Jahren seit Bestehen des Festivals zu einem überregional bedeutenden Festival für zeitgenössische Musik beigetragen. Innovative Strömungen der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts erhielten durch diese Initiative nachhaltige Präsenz im Kulturleben der Stadt. Das Konzept ist, Neugier zu wecken für aktuelle Musikformen und dabei ihre Ursprünge Linien in die vergangenen hundert Jahre sowie  früheren Jahrhunderten bis in die Renaissance aufzuspüren. Spannungsreiche Programme umfassen neben der westlich-europäischenLinie traditionelle Musik unterschiedlicher Kulturender Welt, Jazz, experimentelle Formen und aktuelle Club-Musik. Immer wieder gibt es Verbindungen zu Film, Literatur und Bildender Kunst.

Detaillierte Programm-Übersichten und die Festival-Flyer (Pdfs) 1996 – heute: (in Vorbereitung)

Links zur Stadthaus-Ulm-Website: (in Vorbereitung)

neue musik im stadthaus ulm – Idee

2008: EROS

2009 SternenNacht

2010  KlangHaus

2011  Last echo of feeling

2012   John Cage 100

2013  ISRAEL – Begegnung mit dem Komponisten Samir Odeh-Tamimi

2014  SPACES

2016  BEAUTYbroken

2018  STIMMUNG

 

Stimmen zum Festival (bis 2010):

Die neue Musik im Stadthaus ist ein erfreulich undogmatisches und spannendes Unternehmen, das sich einen hervorragenden Namen gemacht hat und in ganz Deutschland wahrgenommen wird.“

Moritz Eggert, Komponist, Pianist, Autor, Festivalleiter, München.

Mindestens zwei Dinge waren bemerkenswert an der Aufführung meiner „Sonetti Lussuriosi“ in Ulm: zum einen, dass es Jürgen Grözinger gewagt hat, ein so kontroverses Stück ins Programm zu nehmen, zum anderen und noch bemerkenswerter, dass die Aufführung durch das European Music Project meine kühnsten Hoffnungen übertroffen hat. Ich freue mich darauf, mit diesen Musikern bald wieder und so oft wie möglich zusammen zu arbeiten.“

Michael Nyman, Komponist, London.

An die Aufführung meiner Musik im Stadthaus Ulm erinnere ich mich gerne. Das Publikum war toll und, natürlich, es ist ein wunderschönes Gebäude.

David Lang, Komponist, New York

Die Konzerte zeitgenössischer Musik machen erfahrbar, wie sich Ideen des Raumes,Musik und Architektur aufeinander beziehen können. Ich hoffe, dass diese Konzerte noch lange im Stadthaus zu hören sein werden.

Richard Meier, Architekt, New York

Das Festival neue Musik im Stadthaus ist in seiner Konzeption und seinem Profil einzigartig in der Festivallandschaft, vor allem, da der Ort der Veranstaltung, das moderne Stadthaus, vis-a-vis zum Münster gelegen, und die erfrischende kreativeProgrammgestaltung sich gleichsam synergetisch gegenseitig verstärken.“

Frank Thoenes, Solo-Kontrabassist der Norddeutschen Philharmonie Rostock

Über das Festival „neue musik im stadthaus ulm” wurde bisher regional wie überregional äußerst positiv berichtet. Neben der lokalen Presse berichtet regelmäßig die „Zeitschrift Neue Musik“ über das Ulmer Festival und zum Beispiel war auch in der Augsburger Allgemeinen, dem Memminger Kurier, den Reutlinger Nachrichten, der Ludwigsburger Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über das Festival zu lesen. Auf die Konzertreihe wird hin und wieder auch im Magazin Der Spiegel, Veranstaltungskalender Kultur, hingewiesen und regelmäßig ist das Festival im Kulturkalender Baden- Württemberg gelistet. Die Konzerte wurden und werden von den Rundfunkanstalten SDR, SWR, BR und Deutschlandfunk mitgeschnitten. Von einigen Konzerten wurden CD-Produktionen unter dem renommierten Label WERGO herausgebracht. Umfangreiche Programmhefte und Flyer informieren jeweils einige Wochen im voraus detailliert über das kommende Festival.“

„Das Festival ‚neue musik im stadthaus ulm‘ hat sich zu einer qualitativ verlässlichen Größe in Sachen neuer Musik in der Region entwickelt und ist als kulturelle Preziose aus der Stadt kaum mehr wegzudenken.

Neue Zeitschrift für Musik, Schott-Verlag

Diese Konzerte haben überregionale Klasse, sind keineswegs elitär, stellen unbekannte Klangwelten vor und öffnen die Ohren.“

Südwest Presse Ulm

Das was Jürgen Grözinger tut, ist doch, abseits des Mainstream zu versuchen, ein Publikum anzusprechen, das nicht zum engeren Kreis der Neue-Musik-Hörer gehört. Das gelingt ihm außerordentlich gut. Ulm ist fernab jeden Zentrums zeitgenössischer Musik gelegen. Es ist umso erstaunlicher, dass das in so außergewöhnlicher Weise funktioniert, dass er trotz vieler Schwierigkeiten und Kürzungen das Festival in Ulm über einen so langen Zeitraum aufrecht erhalten kann – und eben ein Publikum anspricht, das ich sonst in Konzerten zeitgenössischer Musik – und ich besuche da sehr viele – nicht antreffe.

Rolf W. Stoll, WERGO, Schott-Musik

Makellose Interpretationen neuer Ideen der modernen Musik, die sich in keine Schublade pressen lassen wollen – wer nicht dabei war, hat wirklicht etwas verpasst.”

Neu-Ulmer Zeitung

Ein Geschenk, nicht weniger, das war der finale Abend der Sternennächte, die eigentlich ob der dort gebotenen Qualität weit über Ulm und die Region hinausstrahlen sollten.

Südwest Presse Ulm

Grözinger setzt auf die Unmittelbarkeit musikalischer Erfahrung, auf Transfers, die sich aus dem programmatischen Zusammenhang erschließen. Er spannt Bögen zwischen verschiedenen Gattungen, Zeiten, ästhetischen Ideen, Philosophien.

Der Raum ist immer präsent in den Konzeptionen des Festivals. Wichtig auch: Raum und Musik sollen sogar körperlich erfahrbar sein. Für das Festival gilt: Sinnlichkeit ist nicht das Ende intellektueller Musik, sondern der Anfang!

Grözinger will junges Publikum mit einbeziehen und die Steifheit und Distanziertheit des Konzertbetriebs überwinden.

Aufgelöst wird die hierarchische Sitzordnung, die Strenge der bürgerlichen Konzertform, die ja auf das ausgehende 18. Jahrhundert, spätestens das 19. Jahrhundert zurückgeht. Stattdessen besinnt sich Grözinger auf freier angelegte Präsentationsweisen, wie sie in den Jahrhunderten zuvor üblich waren und überträgt sie in die Gegenwart. Eltern mit Kindern sitzen da auf Hockern, Besucher betrachten das Instrumentarium, Man kommt mit Interpreten in Kontakt – die Lounge als Ort der Kommunikation.

Rainer Schlenz SWR 2 / Deutschlandfunk